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Weitere Förderungsoptionen im Bestatterhandwerk

Mit dem Aufstiegs-BAföG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, kurz AFBG) fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Vorbereitung auf mehr als 700 Fortbildungsabschlüsse – unter anderem auch die Meisterausbildung.

Bildnachweis: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Von diesen als Meister-BAföG bekannten Fördermaßnahmen profitiert seit dem 1. Januar 2020 auch das Bestatterhandwerk. Denn gefördert werden Fortbildungen von öffentlichen und privaten Trägern – unabhängig davon, ob diese in Voll- oder Teilzeit stattfinden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Lehrgänge fachlich auf öffentlich-rechtliche Prüfungen nach dem Berufsbildungsgesetz, der Handwerksordnung oder auf gleichwertige Abschlüsse nach Bundes- oder Landesrecht vorbereiten. Außerdem muss der angestrebte Abschluss über dem Niveau einer Gesellen- bzw. Abschlussprüfung oder eines Berufsfachschulabschlusses liegen.

Üblicherweise wird eine abgeschlossene Erstausbildung als Voraussetzung in der Prüfungszulassung gefordert. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten: Studienabbrecher oder Abiturienten mit Berufspraxis können ebenfalls formal zu einer Prüfung zugelassen und somit über das Aufstiegs-BAföG (AFBG) gefördert werden. Seit dem 1. August 2020 besteht ein Förderanspruch auf jede der im Berufsbildungsgesetz und in der Handwerksordnung verankerten Fortbildungsstufe sowie für Fortbildungsabschlüsse, die gleichwertig sind. Damit können im Bestatterhandwerk bis zu drei Fortbildungen mit dem AFBG gefördert werden:

  1. Geprüfter Berufsspezialist/Geprüfte Berufsspezialistin
    • Geprüfter Bestatter
  2. Bachelor Professional
    • Bestattermeister
  3. Master Professional
    • keine Fortbildung vorhanden

Neben den formalen Voraussetzungen ist die Förderung aber auch an bestimmte zeitliche und qualitative Anforderungen gebunden:

  • In der ersten Fortbildungsstufe sind mindestens 200 Unterrichtsstunden vorgegeben. Diese werden ausschließlich in Teilzeit gefördert.
  • Maßnahmen der zweiten und dritten Fortbildungsstufen müssen mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen und können in Voll- sowie in Teilzeitzeit gefördert werden.
  • Vollzeitkurse müssen i. d. R. mindestens 25 Unterrichtsstunden an vier Werktagen pro Woche (Vollzeit-Fortbildungsdichte) umfassen. Die Vollzeitkurse dürfen eine Länge von mehr als drei Jahren nicht überschreiten.
  • Teilzeitkurse müssen auf einen monatlichen Durchschnitt von mindestens 18 Unterrichtsstunden (Teilzeit-Fortbildungsdichte) ausgelegt sein. Die Kurse dürfen insgesamt eine Länge von mehr als vier Jahren nicht überschreiten.
  • Förderfähig sind nur Lehrgänge bei zertifizierten Anbietern, die über ein entsprechendes Qualitätssicherungssystem verfügen.

 

Zuschüsse und Darlehenserlasse

Gefördert werden die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren unabhängig von den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Antragsstellers bis zu einer maximalen Höhe von 15.000 Euro. Besonders erfreulich dabei: Seit dem 1. August werden 50 Prozent dieser Kosten als Zuschuss ausgezahlt und müssen nicht zurückerstattet werden. Darüber hinaus können die anfallenden Materialkosten für ein Meisterprüfungsprojekt bis zur Hälfte der notwendigen Kosten von maximal 2.000 Euro ebenfalls mit einem 50-Prozent-Zuschuss gefördert werden. Zinsgünstige Darlehen bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für den verbleibenden Eigenanteil.

 

Beispielrechnung

Lehrgangs- und Prüfungsgebühren 
Förderung (max. Höhe)15.000 Euro
Zuschussanteil nach AFB50 Prozent
Darlehenserlass50 Prozent
Vollständiger Erlass bei Existenzgründung100 Prozent
  
Materialkosten Meisterprüfungsprojekt 
max. Förderung2.000 Euro
Zuschussanteil50 Prozent

Wer seinen Lebensunterhalt während eines Vollzeitkurses nicht selbst bestreiten kann, hat grundsätzlich Anspruch auf die einkommens- und vermögensabhängige Unterhaltsförderung.

Weitere Angaben zu den Bedingungen finden Sie hier:

https://www.aufstiegs-bafoeg.de/de/wie-wird-mit-dem-aufstiegs-bafoeg-gefoerdert-1700.html