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Röhrengräber als neue Bestattungsform

Xanten geht neue Wege in römischer Tradition

Bildnachweis: Waldemar Brandt / Unsplash

Wie auf allen kommunalen Friedhöfen gibt es auch in Xanten erhebliche Probleme, die vorhandenen Friedhofsflächen angemessen zu nutzen, wenn die Menschen die Beisetzung ihrer Angehörigen auf Waldfriedhöfen, auf See oder anonym bevorzugen. Die entstehenden Freiflächen der herkömmlichen Erdbestattungen müssen ebenfalls von der kommunalen Verwaltung gepflegt und betreut werden. Vielfach entstehen Kolumbarien als vertikale angeordnete Fächer für ein bis zwei Urnen. Diese Form der Urnenbeisetzung ist vom Platz her sehr kompakt.

In Xanten will man aber noch andere Formen etablieren, damit die Nutzung des städtischen Friedhofs vielfältigen werden kann. Dabei ist angedacht sogenannte Röhren-Gräber für Urnen einzurichten.  Xanten ist ein geschichtsträchtiger römischer Standort. Bei den Römern wurden in die Gräber sogenannte Libationsröhren eingeführt, mit denen die Verstorbenen mit Trankopfer versorgt werden konnten. Die geplanten Röhrengräber bestehen ebenfalls aus solchen vertikal in den Boden eingelassenen Röhren, in die dann bis zu 4 Urnen übereinander eingebracht werden können. Als „Partnergrab“ gäbe es die Option eines Röhrengrabes mit nur 2 Urnen. Als Grabplatte wird eine Platte aus Granit oder Bronze-Guss verwendet, welche die Namen der beigesetzten Verstorbenen aufnimmt. Optisch wird damit der Unterschied zu einfachen Rasengräber kaum sichtbar sein. Die Grabpflege wird nicht von den Angehörigen übernommen, sondern von der Friedhofsverwaltung. Die Kosten für ein Urnen-Röhren-Wahlgrab soll in Xanten bei 1.469 Euro liegen, als Reihengrab 870 Euro inclusive der Pflege. In Hillerse bei Hannover hat man vergleichbare Röhrengräber bereits eingerichtet. Dort sind die Röhren wie bei einer Baumbestattung um einen Baum gruppiert.

Aber in Xanten will man auch optisch mehr tun, um den städtischen Friedhof aufzuwerten. Wie bereits auch andernorts sollen dort „Memoriengärten“ entstehen. Dies wären Bestattungsbereiche, die gärtnerisch besonders gestaltet und in die Grabstätten verschiedener Arten integriert werden können. Auch hier gilt es, die Angehörigen von der Grabpflege zu entlasten. An den einzelnen Grabstätten innerhalb eines Memoriengartens würden kleinere Grabsteine platziert, auf denen Namen und Lebensdaten der Verstorbenen verzeichnet seien. Außerdem würden auf der Fläche Bänke oder andere Sitzmöglichkeiten aufgestellt, um ein Verweilen vor Ort zu ermöglichen.

Dabei geht leider verloren, dass die persönliche Grabpflege eine sehr wirksame Form der Trauerarbeit darstellt, die allerdings unter den heutigen familiären Lebensgewohnheiten es immer schwerer hat, praktisch wahrgenommen werden zu können.

weiterführende Links

Urnenerdröhren, Hillerse-Friedhof, Xanten-Friedhof