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Ja zum Bestattermeister!
Der Beruf der Bestatterin und des Bestatters ist weit mehr als ein Gewerbe – er ist ein Dienst an der Menschenwürde und erfordert fachliche und menschliche Kompetenz. In Deutschland sterben jährlich rund eine Million Menschen, weshalb der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst. Die Tätigkeiten reichen von der Versorgung Verstorbener bis zur Begleitung der Angehörigen.
Die Bedeutung des Berufs zeigt sich auch in der 2020 vorgenommenen Novellierung der Handwerksordnung, bei der das Bestattungsgewerbe von der Anlage B2 in die Anlage B1 hochgehoben wurde und damit ein zulassungsfreies Handwerk (B1) wurde. Für 2025 – 2026 ist seitens des Bundeswirtschaftsministeriums eine Evaluierung der Handwerksordnung angestrebt und TSD möchte in diesem Zusammenhang eine Hochstufung des Bestatterhandwerks in Anlage A und damit die Meisterpflicht anstreben.
Derzeit kann sich jeder in Deutschland als Bestatter betätigen, der ein entsprechendes Gewerbe angemeldet hat.
Wenn die Corona-Pandemie eins deutlich gemacht hat, dass das Bestattungswesen zur kritischen Infrastruktur gehört und eine wichtige Rolle im Gesundheitsschutz spielt. Hier hat sich der Bestatter Deutschland in der Pandemiezeit immer wieder bei den Ministerien für einen entsprechende Einstufung stark gemacht. Am Ende auch mit Erfolg.
Aus unserer Sicht dient der Meisterbrief im Bestatter-Handwerk dabei als Nachweis für Qualität und Fachkompetenz – insbesondere in Krisenzeiten wie Pandemien, Naturkatastrophen oder humanitären Einsätzen, aber auch gegenüber den Kunden im täglichen Arbeitsalltag.
Das Bestattungsrecht ist daher als Teil des Gefahrenabwehrrechts in den Bundesländern verankert. Professionell ausgebildete Bestatterinnen und Bestatter sind unverzichtbar für die öffentliche Sicherheit – ihr Wissen etwa über Hygienemaßnahmen schützt und rettet Leben. Eine wichtige Rolle spielt dabei außerdem die Beratung der Kunden. Bei der Meisterausbildung lernen die Teilnehmenden kaufmännische Grundlagen kennen. Sie können ihre handwerklichen Fähigkeiten weiter ausbauen und lernen, ihre Mitarbeiter zu führen. Eine wichtige Rolle spielt außerdem zu erfahren, wie man Kunden berät und betreut.
Um diesen hohen Anforderungen an den Beruf gerecht zu werden, hat sich Bestatter Deutschland 2010 aktive an der Ausarbeitung der aktuellen Meisterprüfungsverordnung für das Bestatter-Handwerk beteiligt und damit die qualitativen Standards für den Beruf definiert. Die Entwicklung des Berufes vom bestattenden Tischler hin zu einem eigenständigen Berufsbild ist das Ziel des Verbandes.
Des Weiteren haben die Landesfachverbände Hessen/Rheinland-Pfalz, Niedersachsen/Bremen und Saarland auf der Basis dieser Verordnung Vorbereitungslehrgänge entwickelt.
Die Teilnahme an einem Vorbereitungslehrgang ist zwar nicht verpflichtend, kann aber ratsam sein, wenn man sich das Wissen nicht im Eigenstudium aneignen möchte, sondern das Lernen in einer fachkundig betreuten Gruppe bevorzugt.
Die Angebote der drei Landesfachverbände möchte wir hier kurz darstellen:
- Die Holzfachschule Bad Wildungen (www.dib-bestattungskultur.de/veranstaltungen/dib-seminare) bietet in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Bestattungskultur jedes Jahr mehrere Vorbereitungslehrgänge an. Sie richten sich verstärkt an Bestatter, die ihre beruflichen Qualifikationen vertiefen und erweitern möchten.
- Der Verband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen Tischler Nord wendet sich mit seinem Vorbereitungslehrgang besonders an Tischlermeister. www.tischlernord.de/der-fachverband/fachgruppen-gemeinschaften/bestatter
- Die Bestatter Saarland offeriert ebenfalls Kurse zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung. https://www.bestatter.saarland/fuer-bestatter/berufsbildung
Für die Teilnehmer bestehen großzügige Fördermöglichkeiten durch das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) sowie die Meister-, beziehungsweise Aufstiegsprämie ihres Bundeslandes. Bei den Kursteilen 3 und 4 können erfolgreich abgelegte Meisterprüfungen auf die zu erbringende Prüfungsleistung angerechnet werden.
Zusammenfassung
Das Bestatterhandwerk ist ein sensibler Beruf mit großer gesellschaftlicher Verantwortung. Bestatterinnen und Bestatter begleiten Trauernde in Ausnahmesituationen, übernehmen hygienische und organisatorische Aufgaben und gewährleisten würdevolle Bestattungen. Die Pandemie hat ihre Rolle als Teil der kritischen Infrastruktur und im Gesundheitsschutz besonders hervorgehoben.
Eine Meisterpflicht wird angestrebt, um ethische Standards und fachliche Qualität dauerhaft zu sichern. Der Meisterbrief steht dabei für Vertrauen, Sicherheit und fachgerechte Gefahrenabwehr – in Krisenzeiten wie im Alltag. Denn: Eine Bestattung ist, lässt sich nicht wiederholen und verlangt höchste Kompetenz.